Das Seminar betrachtet Phänomene der europäischen Migrationspolitik(en) aus verschiedenen sozialwissenschaftlichen Perspektiven und Analyseebenen. Von einer Makro- zu einer Mikroperspektive werden verschiedene migrationspolitische Orte, Akteure und Instrumente untersucht. Beginnend auf einer Makroebene werden Fragen europäischer Migrationssteuerung diskutiert z.B. Wie wird Migrationspolitik auf EU-Ebene gemacht? Wie versuchen EU Staaten die Verantwortung für Migrationskontrolle an Drittstaaten auszulagern? Des Weiteren bearbeiten wir die Rolle von MigrantInnen und nichtstaatlicher Akteure in der Migrationspolitik, beispielsweise von UNHCR und NGOs.

Der Kurs regt zu einer kritischen Betrachtung von Migrationspolitik an, z.T. jenseits der Themen, die in dem medialen Fokus stehen. Er vermittelt Analyseinstrumente, die auch zur Untersuchung anderer Politikfelder angewandt werden können. Das Seminar strebt eine theoretische und methodische Debatte bzgl. Analyseebenen und Forschungsmethoden an, die Top-down (insbesondere der Internationalen Beziehungen) und ethnographische Ansätze wie die Street-level bureaucracy (Michael Lipsky, Vincent Dubois, Alexis Spire) einschließen.

Die TeilnehmerInnen des Seminars werden in die Methoden empirischer Datenerhebung in Form von qualitativen Interviews und Beobachtung eingeführt. Sie führen selbst eine kleine Feldforschung bei staatlichen Institutionen, Vereinen oder mit MigrantInnen durch, um Antworten auf eine gemeinsame migrationspolitische Forschungsfrage zu finden. Die empirische Datenerhebung wird im Seminar vor- und nachbereitet und im Licht der gelesenen theoretischen Texte diskutiert.